Ein Fundament fürs Leben: Integrativer Stütz- und Förderunterricht

530 Kinder besuchen die Volksschule Tägerwilen, Gottlieben und Wäldi, die seit 2006  integrativen Stütz- und Förderunterricht (ISF) anbietet. Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen haben so die Möglichkeit, im gewohnten Umfeld gefördert zu werden. Kinder, die früher in die Kleinklasse nach Kreuzlingen wechseln mussten, können heute weiterhin die Schule  im Dorf besuchen.

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Die vorgegebenen Ziele aus dem Lehrplan der Volksschule ohne Probleme zu erreichen, ist nicht für alle Kinder möglich. In jeder Klasse gibt es Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen. Diese Kinder benötigen Unterstützung, um die geforderten Ziele zu erreichen. Andere Schülerinnen und Schüler sind mit ihrer Arbeit stets schnell zu Ende und verlangen nach zusätzlichen Herausforderungen. Um diesen Umständen gerecht zu werden und Situationen ganzheitlich zu erfassen, ist die Zusammenarbeit der Lehrpersonen, Eltern und weiteren Fachpersonen von grossem Nutzen.

Eine Möglichkeit hierzu bietet der Integrative Stütz- und Förderunterricht (ISF), der seit Schulbeginn 2006 von den Volksschulen Tägerwilen, Gottlieben und Wäldi angeboten wird. Das Grundkonzept sieht vor, dass alle Kinder in ihrer intellektuellen, sozialen und persönlichen Entwicklung so gut wie möglich in der Volksschulgemeinde zu fördern. Neben Schulischer Heilpädagogik (SHP) stehen an der Volksschule auch ein Logopädischer Dienst, Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und eine ausserunterrichtliche Aufgabenhilfe zur Verfügung. Seit 2008 ist ein Lernatelier eingerichtet, in dem auch Kinder mit besonderen Begabungen gefördert werden.

Diese speziellen Angebote ermöglichen Kindern mit besonderen Bedürfnissen, im Dorf zur Schule gehen zu können und im gewohnten Umfeld integriert zu bleiben.

 

Der Runde Tisch - Gemeinsam Lösungen finden

Die Klassenlehrperson beobachtet und beurteilt die Kinder in ihrem Unterricht. Sie kann dabei situativ die schulinternen Fachpersonen zur Beurteilung beiziehen. Insbesondere ist die Klassenlehrperson in engem Kontakt mit der Fachperson für Schulische Heilpädagogik, welche regelmässig Einblick in die Klasse hat. Die Klassenlehrperson und die Fachperson für Schulische Heilpädagogik beurteilen die Notwendigkeit der Förderung der Kinder aufgrund von Beobachtungen oder Lernstandserfassungen, stellen entsprechend Anträge an die Schulleitung und/oder sprechen sich mit anderen Fachpersonen (Logopädie/DaZ) ab.  Gemeinsam werden Förderziele festgelegt und zielorientiert verfolgt. Reichen die Hilfestellungen nicht aus, wird mit den Eltern und der Lehrperson über eine externe Abklärung diskutiert. Die Schulpsychologische Beratung (SPB) und weitere Fachleute werden bei Fragestellungen betreffend Teilleistungsschwächen, Verhaltensauffälligkeiten oder weiteren Besonderheiten beigezogen. Dadurch lassen sich Wechselwirkungen und Zusammenhänge feststellen und es kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

 

Akzeptanz der Verschiedenheit als Grundlage

Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schüler ein Fundament zu geben, damit sie im Leben bestehen und sich in die Gesellschaft eingliedern können. Lernprozesse und die persönliche Entwicklung werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Nebst der familiären und ausserfamiliären Unterstützung zur Selbstständigkeit spielen auch die persönlichen Körperfunktionen, das Selbstbewusstsein, die Motivation, Umgang mit Lob, Kritik oder Konflikten eine Rolle. Es gilt die Verschiedenheit der Kinder zu beachten, die täglich zum Vorschein kommt und den Schulalltag besonders spannend macht. Wichtig ist zu akzeptieren, dass es normal ist, verschieden zu sein.